Sozialisation: Wie gut sind Freilerner wirklich sozialisiert?

Sozialisation: Wie gut sind Freilerner wirklich sozialisiert?

Sozialisation. Schwere erfüllt den Raum, wenn dieses Wort fällt. Und vor meinen Augen flimmert immer wieder die selbe Schlüsselszene aus den Kleinkindjahren meiner Tochter auf:

Schluchzend und weinend kommt meine Tochter zu mir gerannt. Sie ist drei Jahre alt und ihre Welt ist grad erschüttert worden.

„Sie hat gesagt, sie ist nicht mehr meine Freundin!“, schluchzt sie voller Unverständnis über die Aussage eines Nachbarkindes. „Was ist denn passiert?“, frage ich und streichle ihr über die blonden Locken. Das Mädchen, das bis eben noch ihre Freundin war, wollte mit dem Lieblingsstofftier meiner Tochter spielen. Meine Tochter war aber nicht einverstanden. Und zack fiel dieser Satz, der alles für meine Tochter veränderte und mir sofort Ben Harpers Song „Welcome to the cruel world“ in den Kopf spielte.

Es sollten in den darauffolgenden Jahren noch viele ähnliche Situationen folgen. Auch mein Sohn musste dieselbe Erfahrung machen und es hat ihm ebenso den Boden unter den Füßen entrissen, wie vor vielen Jahren meiner Tochter. Auffällig war damals, dass diese Sprüche (psychische Gewalt in Form von emotionaler Erpressung) in erster Linie von Kindern kamen, die einen Kindergarten oder die Schule besuchten. Befanden wir uns in kleinen Kreisen unter anderen kiga- und schulfreien Kindern (Kinder, die keinen Kindergarten oder Schule besuchen -> Freilernen – Weg in die Freiheit), blieben diese Situationen meist aus oder waren zumindest sehr selten.

Ich betrachte hier das breite Feld der Sozialisation nicht in jedem einzelnen Aspekt, sondern ganz besonders in Hinblick auf Konfliktverhalten 3- bis 10-jähriger Kinder. Der Bereich, der am häufigsten dazu führt, dass ein Kind als „schlecht sozialisiert“ abgestempelt wird. Übrigens der selbe Bereich, der gemeint wird, wenn die unüberlegte Behauptung aufgestellt wird, dass Freilerner eben diese Sozialisation nicht erfahren, gerade weil sie keine Schule besuchen. Schauen wir uns das doch mal genauer an.

Sozialisation: Du bist der Durchschnitt deines Umfeldes.

Was ich hier nicht ausdrücken will, ist, dass Kinder, die Einrichtungen besuchen, schlechte Menschen seien. Das vorweg, auch wenn das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Was ich aber aus meinen Beobachtungen über die letzten Jahre schließe und was ich auch mein gesamtes Leben über selbst erfahren habe, ist:

„Du bist der Durchschnitt der Menschen, mit denen du dich selbst umgibst.“

Kinder – nicht nur in Kindergarten und Schule – können sich ihr Umfeld nicht selbst aussuchen und haben deshalb auch nicht viel Einfluss auf ihre Entwicklung und Sozialisation. Es liegt an ihren Eltern, Lehrern, Bezugspersonen und Betreuern, ob und wie sie lernen mit Konfliktsituationen umzugehen. Denn auch wenn es immer heißt, dass Kinder andere gleichaltrige Kinder brauchen für eine gute Sozialisation, so können sie doch nicht viel von ihnen lernen, wenn es um Konflikte geht – ohne nachahmenswerte Vorbilder und Hilfsangebote.

Sozialisation als Freilerner

Sozialisation: Von wem wir lernen.

Wir lernen von Menschen, die auf dem Gebiet, auf dem wir lernen wollen, bereits weiter sind als wir selbst. Wir lernen aus Beobachtung, Nachahmung, Ausprobieren und möglicher aktiver Hilfestellung, indem wir Hilfe suchen – weil sich ein Konflikt nicht unbedingt gut in uns anfühlt. Bei Gruppen von Gleichaltrigen wird das eher schwierig, daher sind „erfahrenere“ Menschen für die Sozialisation unausweichlich, um alternative Lösungswege zu erlernen. Das können auch einfach ältere Kinder sein, nicht notgedrungen Erwachsene oder „professionelle Erwachsene“ (aka Lehrer/Betreuer).

Daraus ergibt sich für mich die umgekehrte Frage: Sind Kinder, die in gemischten Gruppen aufwachsen wie Freilerner, also i.d.R. ohne Schule und Kindergarten besser/weiter sozialisiert als Kinder, die den Hauptteil des Tages in Einrichtungen mit Gleichaltrigen verbringen?

Sozialisation: Sind Freilerner besser sozialisiert als Schulkinder?

Freilerner zum Beispiel: Viele von ihnen leben nicht in Gruppen von Gleichaltrigen, sondern haben nicht selten Sozialkontakte jeden Alters. Ein großer Teil der Freilerner-Community schreit jetzt sicherlich direkt „Ja, natürlich sind sie besser sozialisiert!“ und ich bin geneigt mit in diesen Jubelschrei einzustimmen. Doch etwas hält mich auf. Da kriechen unschöne Erinnerungen in mir hoch. An Treffen mit so manch einer reisenden Familie, die ich mir und meinen Kindern gern erspart hätte.

Und wieder: Ich spreche hier nicht von „schlechten Menschen“ oder „bösen Kindern“. Ich spreche von jungen Menschen, die sich und verschiedene Verhaltensweisen ausprobieren bis sie für verschiedene Situationen für sich selbst angenehme Strategien gefunden haben, um ihre Konflikte zu lösen. Dass diese nicht immer sozial verträglich sind, muss ich wohl niemandem mit Kindern erklären. Es ist wie alles ein Prozess.

Manche dieser Familien waren erst frisch raus aus Schule und Kindergarten und fielen uns durch das für uns schultypische Verhalten auf. Die Eltern, jedoch keinesfalls alle, waren meistens zugewandt und begleiteten ihre Kinder in der Umstellung, sprachen mit ihren Kindern über die Konflikte und boten ihnen Hilfe bei der Lösung an.

Denn das ist es, was das Erlernen von positivem, sozialem Konfliktverhalten ausmacht:

  1. Unsoziales Verhalten als solches überhaupt erkennen (das fehlt aus meiner Sicht schon bei vielen, weil kaum ein Elternteil vor anderen Eltern zugeben will, dass das eigene Kind sich auch einfach mal scheiße unsozial verhält),
  2. es (sich und dem Kind) bewusst machen, z. B. indem es darauf angesprochen wird und
  3. mögliche Handlungsalternativen aufzeigen, ermutigen diese auszuprobieren.

Und das ganze immer und immer wieder. Manche Kinder brauchen das nur einmal, andere über viele Jahre wiederkehrend. Und das ist okay so. Wichtig ist nur, dass es überhaupt kommt, dass die Kinder nicht allein gelassen werden in Situationen, die sie noch gar nicht selber lösen können. Einfach deshalb, weil ihnen die Handlungsalternativen noch fehlen.

Die falsch verstandene Ja-Umgebung

Und dann kommen Erinnerungen hoch an Treffen mit Familien, deren Kinder wie meine noch nie eine Einrichtung besucht haben. Familien, die sich genau wie wir Freiheit auf die Fahnen geschrieben haben. Aber auch Familien, die ihren Kindern eine Ja-Umgebung erschaffen wollen, in der es kein einziges Nein zu finden gibt.

Die Ja-Umgebung: Häufig taucht dieser Begriff auf, wenn Babys mobil werden. Ihre Umgebung wird so gestaltet, dass sie nicht an Dinge drankommen, an die sie nicht drankommen sollten. So wird selten ein „Nein“ notwendig. Mittlerweile höre ich diesen Begriff auch bei Familien mit älteren Kindern häufiger, wo er gerne grob mit „Kindheit in Freiheit“ gleichgesetzt wird und dem Kind ein möglichst freiheitliches Aufwachsen, eigene Erfahrungen machen, Freilernen, etc. ermöglicht werden soll.

So sehr ich diese Prinzipien des freiheitlichen Aufwachsens befürworte, so sehr ist mir wichtig herauszustellen, dass eine solch freie Umgebung nicht die Abwesenheit des Neins ist:

Es handelt sich nicht um Freiheit, wenn Eltern durch ihre eigene Abwesenheit (physisch oder geistig) glänzen!

  • Nicht, wenn ihre Kinder mit Äxten und Sägen durch die Gegend laufen und damit auch andere Kinder bedrohen,
  • Nicht, wenn andere Kinder an einen Baum gefesselt werden, warum auch immer,
  • Nicht, wenn ihre Kinder psychische Gewalt (z. B. Emotionale Erpressung, Manipulation, Ausgrenzung) anwenden, um ihre Ziele zu erreichen,
  • Nicht, wenn ihre Kinder in ihrer Familie alleine bestimmen und die Eltern sich dem anpassen.

Das hier sind keine ausgedachten Beispiele. Das sind Erlebnisse, die wir und andere uns bekannte Familien mit anderen freilernenden Kindern und Familien gemacht haben. Aber keinesfalls nur mit ihnen.

Wir erleben, wie diese Eltern sich dafür feiern, wie frei ihre Kinder aufwachsen dürfen, während sie als Eltern aber nicht da sind, um ihren Kids Handlungsalternativen aufzuzeigen, wenn sich diese in Konfliktsituationen befinden, die sie noch nicht positiv für alle Beteiligten selber lösen können.

Leider ist es das, was ich beobachte: Aus falsch verstandener Freiheit heraus werden Kinder sich und ihren Konflikten selbst überlassen, damit sie lernen diese alleine zu lösen. Und das tun sie auch. Sie lösen ihre Konflikte. Aber eben auf nicht sehr soziale Art und Weise.

„Kinder sind halt grausam.“?

Es wird erpresst, gelogen, manipuliert. Aber nochmal: Diese Kinder sind nicht falsch. Sie haben nur noch keine sozialverträglicheren Strategien zum Lösen von Konflikten erlernt. Weil sie möglicherweise kein Umfeld haben, das ihnen in diesen Situationen zur Seite steht. Oder weil sie – selbst mit passendem Umfeld – einfach Zeit brauchen, um alternative Handlungswege auch tatsächlich abrufen zu können und auszuprobieren. Sie ahmen das von Anderen nach, was schnell funktioniert und leicht wirkt und das ist eben nicht selten psychische oder körperliche Gewalt. Die Intention ist nicht zu verletzten, das dürfen wir nicht vergessen.

Hier handelt es sich natürlich nicht „nur um freilernende Kinder“ oder „nur um Schulkinder“. Fehlgeschlagene Konfliktlösungen zieht sich durch alle Gruppen.

Sind diese Kinder gut sozialisiert? Nein, Sozialisation ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert.
Sollten sie es sein? Nicht unbedingt, denn nicht jeder Aspekt von „guter Sozialisation“ ist tatsächlich auch für alle wünschenswert und in jeder Altersklasse zu erwarten.
Haben sie eine Chance es zu werden? Ja, mit zugewandten Eltern und/oder Bezugspersonen, die insbesondere psychische Gewalt nicht übersehen, weil man diese Narben nicht sehen kann. Psychische Gewalt kann in Einrichtungen wie Schule und Kindergarten kaum aufgefangen werden.

Wir fragen uns, warum viele junge Menschen psychisch krank aus der Schulzeit ins Berufsleben einsteigen oder warum so manch „erfolgreicher“ Mensch so skrupellos handelt? Unter Anderem mit Sicherheit, weil sie entweder selber psychischer Gewalt ausgesetzt waren oder aber diese geschickt angewandt haben, um ihre Ziele zu erreichen.

Mein Fazit

Nein, Freilerner erfahren nicht automatisch eine bessere Sozialisation als Schulkinder, weil sie Freilerner sind. Sie alle stecken im selben Prozess.

Freilerner und andere Kinder, die nicht in Gruppen von Gleichaltrigen den Großteil des Tages verbringen, können unter Umständen die besseren Chancen haben, da sie nicht wie Schulkinder oft täglich Zwang, Druck, Angst oder psychischer/körperlicher Gewalt durch Mitschüler bis in hohe Klassenstufen ausgesetzt sind.
Eine gute Sozialisation geht jedoch vom engen Umfeld der Kinder aus. Dann, wenn sie – egal ob Schulkind oder Freilerner, Familie und Freunde haben, die sich ihres eigenen Einflusses auf die soziale Entwicklung wirklich bewusst ist, ohne Vernachlässigung mit Freiheit zu verwechseln oder Schule mit Sozialisation gleichzusetzen.

Denn wir sind alle nur der Durchschnitt unseres engsten Umfeldes.

„Mein Kind geht (nicht) gern zur Schule“: 4 Gründe, warum kein Kind ernsthaft gern zur Schule geht.

„Mein Kind geht (nicht) gern zur Schule“: 4 Gründe, warum kein Kind ernsthaft gern zur Schule geht.

Am Montag beginnt die Schule wieder und die Sommerferien sind vorbei. Mein Kind freut sich schon richtig drauf!😊

So oder so ähnlich heißt es stets pünktlich zum Ferienende von glücklichen Eltern. Oft bin ich mir nicht sicher, ob sie tatsächlich von ihren Kindern sprechen oder lediglich darüber, dass sie selbst als Eltern froh sind, wieder einem „normalen“ Alltag nachgehen zu dürfen. Ohne Ferienbetreuung und Urlaub nehmen.

I mean… like… seriously?!

Das Märchen um die Liebe zur Schule

Sommerferien rum und überall erleichterte Kinder, die eeendlich wieder in die Schule dürfen. Verrückt. Hat sich das deutsche Schulsystem so gravierend verbessert, dass die Kinder danach lechzen wieder in die Schule zu dürfen? Wann ist das passiert und warum hab ich davon nichts mitbekommen?

Und ich meine wirklich auf die Schule freuen… so mit allem drum und dran, was zum Schulalltag dazu gehört. Oder sind es die Eltern, die das gerne so verstehen?

„Yeah, mein Kind freut sich auf die Schule, wir haben alles richtig gemacht!“

Warum gibt es Bedarf bei den Eltern, diesen Satz auf sämtlichen Social Media Platzformen droppen zu lassen? Eltern, die freudig verkünden, ihre Kinder freuten sich schon übelst auf die Schule und könnten es kaum erwarten, morgens total übermüdet ins Klassenzimmer zu schlurfen. 

Unwahrscheinlich. 

Nein, ich glaube kaum, dass sich irgendein Kind auf den Schulbesuch freut. Spricht man mit den Kindern, dann freuen sie sich auf bestimmte Aspekte, die lediglich im Rahmen der Schule stattfinden, aber nicht exklusiv dem Schulbesuch vorbehalten sind.

Worauf sind Kinder nach den Ferien wirklich freuen

Einige Aspekte können sein:

  • Freunde: die Ferienzeit vergeht für viele Kinder mit Familienurlaub (ohne Freunde) und den Nachbarskindern. Die besuchen aber nicht immer auch die gleiche Schule oder Jahrgangsstufe. Schulfreunde können auch mal im nächsten Dorf wohnen und das tägliche Treffen bleibt daher in der Ferien oft aus.
    Vorfreude auf das regelmäßige Treffen der Freunde in den Pausen zwischen den Unterrichtsstunden.
  • Beschäftigung: Viele Kinder haben nie gelernt, sich selbst zu beschäftigen. Spätestens ab dem Kindergarten bekommen sie vorgegeben, was zu tun ist, ob durch Erwachsene oder andere Kinder.
    Schulkinder freuen sich auf das Gewohnte und darauf, sich nicht mehr ständig selbst um Beschäftigung/Unterhaltung/Input kümmern müssen. Das ist nämlich anstrengend und es ist einfach eine Erleichterung für den Kopf, zu wissen, wie der Tag ablaufen wird und dass Input von außen kommt.
  • Lob: Bestätigung durch Lehrkräfte fühlt sich für viele Kinder gut an. Sie haben schon früh durch Kindergarten, Umfeld etc. gelernt, ihren eigenen Selbstwert an ihre erbrachten Leistungen zu koppeln. Bewertung, Lob und Tadel in der Kindheit führen dazu, dass die Menschen auch noch im Erwachsenenalter mit ihrem Selbstwert zu kämpfen haben und permanent danach streben, besondere Leistungen zu erbringen.
    Schulkinder freuen sich unbewusst darauf, dass ihr Selbstwert wieder durch tägliche Bewertung und daraus möglicherweise resultierendem Lob gepusht wird.

Diese drei Punkte sind sicherlich noch zu ergänzen, z. B. mit Szenarien, in denen die Kinder in gewalttätigen Familien leben und froh darüber sind, ihr Haus zumindest zeitweise verlassen zu können. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind nicht exklusiv mit der Schule verwoben. Freundschaften sind nicht exklusiv Schulkindern vorbehalten. Zugewandte Menschen, um dem Elternhaus zu entfliehen, findet man auch anderswo. Der Wunsch nach Beschäftigung und das Streben nach Lob sind ebenso außerhalb des Schulumfeldes umsetzbar, wobei ich diese Aspekte als negativ betrachte und ich es fraglich fänd, wenn die Erfüllung dieser durch die Eltern bewusst veranlasst wird.

Worauf sich Kinder nach den Ferien wirklich nicht freuen

Was macht unser heutiges Schulsystem überhaupt aus? Welche Aspekte lassen sich denn nur der Schule zuordnen und findet sich nur schwer in anderen Kontexten?

Vier Punkte, ohne die das heutige Schulsystem nicht funktionieren würde:

  • Alles findet unter Zwang statt, es gibt keine vorgesehene, echte Wahl- oder Ausstiegsmöglichkeit
  • Bewegungs- und Kommunikationseinschränkung: möglichst still neben seinen Freunden zu sitzen, aber nicht frei mit ihnen interagieren zu dürfen (je nach Schulform auch mal weniger gravierend)
  • Im vorgegebenen Rahmen sich täglich unter obigem Zwang mit Themengebieten zu befassen, die nicht immer den eigenen Interessen entsprechen.
  • Bewertung & Beobachtung: permanent unter Beobachtung zu stehen, bewertet zu werden & Leistungen zu erbringen, die für den jungen Menschen selbst meist ohne Bedeutung sind, aber großen Einfluss auf die Zukunft des Menschen haben können

Diese vier Punkte zeichnen die Schule aus und finden sich kaum in einem anderen Umfeld wieder. Sie sind von der Institution Schule, wie wir sie heute in Allgemeinen kennen, nicht zu trennen.

Alles andere, das in der Schule passiert, kann auch woanders, in anderen Kontexten, an anderen Orten und unter anderen Bedingungen passieren. Gehört also nicht exklusiv zur Schule.
Die Punkte, die Schule ausmachen, finden sich nicht woanders wieder. Allerdings mit einer Ausnahme und das sind Gefängnisse.

Kein Kind geht also gerne in die Schule um der Schule selbst willen. Diese vier Punkte sind es, die die Kinder als miesen Beigeschmack einfach hinnehmen und nicht hinterfragen, damit sie ihre obigen Wünsche nach Freundschaft, Lob und Input etc. erfüllt sehen!

Nicht selten ist es auch der Fall, dass sich die Schulkinder gar nicht darüber bewusst sind (meist so von Eltern und Lehrkräften gewollt), dass es Alternativen zur Schule gibt. Diese Kinder mögen zwar sagen, dass sie gern zur Schule gehen, mit allem drum und dran, doch geschieht das aus dem Nichtwissen heraus, dass es Alternativen gibt.

Sie haben den Schulbesuch als „da muss jeder durch“ abgespeichert, als nicht diskutierbare, dem Leben inhärente (also unausweichlich zum Leben gehörende) Phase oder Gegebenheit auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

Denn einige der Sätze, die Schulkinder oft durch Eltern und Lehrkräfte verinnerlicht haben sind:

  • Ohne Schule bleibt man dumm.
  • Kinder, die nicht in die Schule gehen, sind arm dran (gerne werden hier „arme Kinder in Afrika“ als Totschlagargument angeführt).
  • Wer nicht in die Schule geht, gehört einer fanatischen Religionsgemeinschaft an.
  • Die Schule ist ein Ort der Bildung, die anderswo nicht stattfinden kann.
  • Schule ist unausweichlich, um ein klug zu werden.
  • Wir haben so ein Glück, dieses Schulsystem zu haben.
  • Ich brauche professionelle Hilfe (Lehrkraft), um etwas zu lernen.
  • Niemand kann all den Stoff alleine zuhause lernen. Woher sollte man auch wissen, wie?
  • u.v.m.

Ganz besonders ist dies in Deutschland der Fall, da hier die Schulpflicht Ausmaße annimmt, die in anderen Ländern so kaum bekannt sind. So wird das je nach Schulform vorkommende Stillsitzen, nicht mit Freunden frei interagieren zu können, sich mit Themen beschäftigen müssen, die einen nicht interessieren und weitere in Kauf genommen und nicht weiter hinterfragt. Würde man diese Kinder auf genau die Punkte ansprechen (nicht nur einmal, sondern sich intensiv damit beschäftigen), so würde herauskommen, dass die Kinder nicht glücklich mit diesen Aspekten des Schulalltags sind.

Das kritische Nachfragen können sich wiederum nur Eltern leisten, die selbst offen sind, andere Wege zu gehen. Eltern, die keine anderen Wege gehen wollen, werden diese Fragen nicht stellen (Stichwort: „einen Floh ins Ohr setzen“).

Was wir Eltern gern verstehen wollen

Wir Eltern neigen dazu, Situationen, die wir meinen nicht ändern zu können („Es muss doch jedes Kind zur Schule gehen…!“), uns selbst und anderen schön zu reden. Wir interpretieren dann einfach mehr in die Aussagen unserer Kinder über den ach so schönen Schulbesuch hinein, als unsere Kinder uns damit eigentlich mitteilen wollen.

Passiert dir das auch manchmal? Ich bin auch nicht frei davon und überprüfe Aussagen meiner Kinder, über die ich mich besonders freue oder die mir dolle missfallen sehr kritisch und hake nochmal nach, damit ich auch wirklich nichts interpretieren muss.

Ich bitte dich einmal bewusst für dich selbst zu überprüfen, ob die obige Aussage, dass dein Kind gerne beschult wird, eine Tatsache oder lediglich deinem natürlichen Wunsch geschuldet ist, dass es ihm gut geht und du seine Zustimmung gerne auf den gesamten Schulbesuch beziehen möchtest und nicht nur auf einzelne Aspekte.

Schulanfang: „Jetzt gehörst du zu den Großen!“

Kennst du noch diesen Satz? Ich erinnere mich noch zu gut, wie mir selbst dieser Satz erst im Kindergarten, dann in meiner Familie und auch am Tag meiner Einschulung und danach noch von allen Seiten entgegen schallte. Als Schulkind gehöre ich nun zu den Großen. Das ist etwas, das sich wohl die meisten Kinder wünschen. Groß sein. Machen dürfen, was Erwachsene so machen. Freiheit. Und was bekommen unsere Kinder in den Schulen dann letztendlich? Keine Freiheit, noch mehr Eingrenzung, aber immerhin nennen wir sie jetzt „groß“. Um es frei heraus zu sagen: Nur weil wir etwas immer und immer wiederholen, wird es nicht wahr.

Was jedes Jahr in vielen Familien, Kindergärten und Schulen abläuft ist krasse Manipulation, die notwendig(!) ist, um Kindern die Schule erst schmackhaft zu machen. Sie werden mit allem möglichen gelockt. Vom Märchen des „großen Schulkindes“ zu der „Zuckertüte“, dem gemeinsamen Essengehen am Tag der Einschulung, Omas und Opas zu Besuch und weiteren Geschenken. Wäre die Schule ein Ort, an den man wirklich gerne hingehen würde, so wäre dieses große Tamtam schlichtweg überflüssig. Es wäre Freude genug hingehen zu dürfen, so wie es viele Kids lieben in einen Freizeitpark zu gehen. Oder feierst du dein Kind vor dem Besuch des Freizeitparks auch mit Süßigkeiten und Geschenken, weil es jetzt endlich groß genug ist, um die Achterbahn zu fahren?

Wohl kaum. Dieses TamTam wird veranstaltet, weil wir tief in uns drinnen wissen, dass die Schulzeit nicht geil sein wird. Wir wollen unserem Kind, solange es uns möglich ist, eine Party daraus machen. Wir wollen, dass es Schule mit positiven Dingen verknüpft, bevor es selber merkt, dass Schule all das eben nicht ist. Wir wollen es ihm damit leichter machen. Weil wir es lieben und schützen wollen. Und dazu nehmen wir in Kauf es anzulügen.

Recht kurz nach dem Schulstart hören wir dann andere Sätze. Jetzt beginnt nämlich „der Ernst des Lebens“, denn „das ist hier kein Kindergarten!“, „jetzt ist Schluss mit lustig“.

Warum du nicht verallgemeinern solltest

Aber mein Kind geht gerne zu Schule! Wie soll ich es denn sonst sagen?

Deutlich sinnvoller wäre es z.B. zu sagen:

„Mein Kind freut sich darauf, seine Schulfreunde wieder regelmäßig zu treffen.“

Damit sorgst du aktiv dafür, dass das Bild des Kindes, das die Schule selbst liebt, nicht weiter verbreitet wird. Doch warum ist das nötig? Jedes Mal wenn ein Kind mit „Ja“ auf die Frage antwortet, ob es gern zur Schule geht, stirbt ein Einhornbaby… also fast.

Nein, eigentlich ist es viel mehr so, dass dieses Bild, das noch immer in so vielen Köpfen rumspukt, auf seinen Realitätsgehalt überprüft wird, wenn wir uns genau ausdrücken und nicht die gesamte Institution Schule als Ort der Freude darstellen, wenn sie es doch gar nicht ist.

Wenn wir aufhören zu sagen, dass unsere Kinder gerne zur Schule gehen, wenn sie es doch gar nicht um der Schule selbst willen tun, sondern wegen der anderen Dinge, für die es gar keine Schule braucht, dann geben wir der Schule und den Teilen, für die sie exklusiv steht (Zwang etc.) Macht.

Wir nehmen billigend in Kauf, dass diese Teile existieren und geben ihnen von unserer „allgemeinen Liebe für die Schule“ Liebe ab. Das könnte bildlich gesprochen so aussehen, dass der Zwang sich mit der Liebe zur Schule rühmt, obwohl sie ihm gar nicht zusteht. Eine stille Akzeptanz des Zwangs und seinen Freunden. Damit das nicht passiert, damit wir ihm keine Bühne bieten, auf der er für sich werben kann („Schaut her, die Kinder lieben die Schule, sie lieben mich (den Zwang), ich störe sie nicht, sie wollen das so!“), müssen wir auf unsere Worte achtgeben.

Anders ausgedrückt: Indem du verallgemeinerst und sagst, dein Kind gehe gerne zur Schule, verharmlost du die Aspekte, die Leid verursachen. Und genau diese Aspekte sind es, die Schule erst zu Schule machen. In keinem anderen Umfeld wird von Menschen unter Zwang verlangt sich mit vorgegebenen Themen zu beschäftigen, sich permanent einer Bewertung zu unterziehen u.s.w. All dies verursacht – viel häufiger als uns lieb ist – Schäden, die wir nur mit ganz viel Mühe und manchmal gar nicht mehr reparieren können.

Indem du präzisierst, auf was sich deine Kinder freuen, kannst du verhindern, der Schule Aspekte zuzuschreiben, die gar nicht zur Schule selbst gehören, sondern nur eine Begleiterscheinung darstellen (wie z. B. das regelmäßige Treffen der Freunde, neuer Input etc.). Diese Aspekte sind auch außerhalb der Schule erlebbar und gehören daher nicht exklusiv zum Schulbesuch.

Worte sind mega mächtig. Daher ist das Präzisieren super wichtig, damit der Zwang (um ihn nochmal zu personalisieren für die bildliche Vorstellung) sich nicht mehr mitgemeint fühlen kann. Damit er keine Bühne mehr bekommt und damit er vielleicht sogar als das, was er ist, gesehen und adressiert werden kann.

Denn nur was man auch deutlich erkennen und benennen kann, kann man bekämpfen. Damit er sich endlich auflöst und Kinder freiwillig in die Schule gehen können, sofern sie es wollen, den Rahmen selbst vorgeben können und endlich eine echte Wahl haben.

Sprache ist eine subtile, aber mächtige Artm, um die Welt zu verändern.

Sprache schafft Bilder im Kopf und Bilder führen zu Gefühlen und diese zu Handlungen.

Was du tun kannst, um dein Kind aus der Schule zu holen? Raus aus der Schulpflicht

Wenn du mehr über Alternativen lesen magst, dann schau gerne in unserem Beitrag zum Freilernen / Unschooling hinein und finde Antworten auf deine Fragen in unserem großen FAQ Freilernen.

Geht dein Kind gerne zur Schule? Erzähl uns gerne davon in den Kommentaren!

Vanlife: Die 10 häufigsten Irrtümer übers dauerhafte Reisen im Wohnmobil

Vanlife: Die 10 häufigsten Irrtümer übers dauerhafte Reisen im Wohnmobil

Vanlife ist:

Gammelig am Waldrand abhängen, überall liegt Müll und die Musik ist laut aufgedreht.

oder

Von einer Sehenswürdigkeit zur anderen auf dem Roadtrip des Lebens?

Wie stellst du dir das Leben im Wohnmobil vor? Hier räumen wir mit den größten Irrtümern übers Vanlife auf, dem Leben on the road. Manches widerspricht sich einfach enorm, das macht es aber umso lustiger. 😀

Vanlife Irrtum Nr.1: Wir haben reichlich Geld, weil gut geerbt.

Wie können wir es uns sonst leisten, Vollzeit zu reisen? Zu diesem Irrtum kommt es sehr oft, weil Reisen gerne mit Urlaub gleichgesetzt wird. Für uns ist das Reisen aber nicht wie Urlaub. Wir leben lediglich in einem mobilen Heim, das wir an die verschiedensten Orte fahren, die die Menschen sicherlich auch mal im Urlaub anfahren. So entsteht der Eindruck, wir würden permanent Urlaub machen. Dass wir täglich auch darin arbeiten und einen ganz eigenen Alltag haben, das bleibt den meisten verborgen. Das führt auch gleich zu Irrtum Nr. 2:

Vanlife Irrtum Nr. 2: Wir machen jeden Tag Sight Seeing.

Jeden Tag was Neues!? Obwohl wir wirklich gerne Sight Seeing machen und genau deshalb ja auch diesen Lebensstil gewählt haben, (eben weil er uns ermöglicht mehr von der Welt zu sehen als immer nur den gleichen Ort und einmal im Jahr eine gewählte Urlaubsdestination) machen wir trotzdem nicht jeden Tag Sight Seeing. Auch wir sind nur Menschen und brauchen Zeit das Erlebte und Gesehene zu verarbeiten. Und weil das prozentual mehr ist als bei einem Menschen mit festem Heim, müssen wir auch genau deshalb öfter Pausen machen. Zum Verarbeiten, Erholen, Vor- und Nachbereiten.

Unser Alltag besteht also leider nicht immer nur aus Sight Seeing. An manchen Tagen machen wir gar nichts, an anderen Tagen stehen Ver- und Entsorgungsfahrten an, denn wir kümmern uns nicht nur um das, was in uns und unser Fahrzeug reinkommt, sondern auch um alles, was es besser wieder verlassen sollte ;).

Vanlife Irrtum Nr. 3: Wir sitzen ständig im Fahrzeug, fahren und machen Strecke.

Unser Kilometerstand wächst wie kaum andere?! Auch wenn das Leben im Wohnmobil gerne mal mit den beliebten Roadtrips verglichen wird, fahren wir nicht jeden Tag. Im Gegenteil: Wir fahren sehr gerne Orte an, an denen wir länger als nur eine Nacht bleiben können. Wir fahren auch nur ganz selten mal mehrere hundert Kilometer, so wie es in Filmen oft gezeigt wird. Tatsächlich bewegen wir uns als Slow Traveller, also Langsamreisende, ziemlich nun ja… langsam. Oft brauchen wir für 200km mehrere Wochen, weil es einfach viel zu viel zu sehen und genießen gibt, als nur die üblichen Touristenhotspots.

Vanlife Irrtum Nr. 4: Wir stehen nur an Traumständen und genießen das Leben.

Schön wär’s und irgendwann auch ziemlich langweilig. Tatsächlich stehen wir auch an Shopping Centern, an Flüssen und Seen, in Industriegebieten, auf Parkplätzen, in den Bergen, am Straßenrand und ja.. auch an Stränden. Manche sind traumhaft, andere gleichen einer Müllkippe. Die Stellplatzsuche gestaltet sich mit Kindern auch etwas anders, als für kinderlose Reisende. Warum das so ist? Das liest du in unseren 9+ Tipps für den perfekten Spot mit Kindern im Wohnmobil.

Vanlife auf dem Parkplatz
Parkplatz Vanlife

Vanlife Irrtum Nr. 5: Wir können uns nur in Seen oder dem Meer waschen.

Campen wie im Campingurlaub. Obwohl das sicherlich auf so manche Vanlifer zutrifft, ist das nicht bei allen so. Die meisten haben Wasser und Duschen an Bord oder fahren regelmäßig auf Campingplätze, um sich der körperlichen Hygiene zu widmen. Körperpflege bei uns im Womo betreiben wir nachhaltig und bewusst. Tatsächlich hüpfen wir aber nicht täglich unter die Dusche (was sowieso gesünder für Haut & Haar ist), sondern begnügen uns auch mal mit Lappen und Co., denn so ein Wassertank wäre sonst ruckzuck leer.

Vanlife Irrtum Nr. 6: Im Winter müssen wir frieren.

Jein. Zum Einen haben die meisten von uns eine Heizung irgendeiner Art mit an Bord. Ob Holz, Diesel, Strom oder Gas ist dabei zweitrangig. Zum Anderen neigen wir wohl alle dazu, die kalte Jahreszeit im Süden zu verbringen, weil unser Leben hauptsächlich draußen stattfindet. Im Grunde wie Zugvögel, die auch nicht den kaltnassen Winter in Deutschland aussitzen wollen, sondern sich lieber bei ein paar mehr Sonnenstrahlen und Graden im Süden tummeln. Übrigens begleiten wir diese, oft in Form von Störchen, auf unseren Routen tatsächlich. 😉

Vanlife Irrtum Nr. 7: Wir schnorren uns durchs Leben.

Eigenverantwortung?! Obwohl uns auch schon solche Reisende begegnet sind, kann ich nicht sagen, dass es die Mehrheit ist. Im Gegenteil, nur ganz vereinzelt treffen wir auf Menschen, die die Verantwortung für ihr eigenes Leben auf anderen abladen. Versteh‘ mich nicht falsch: Ich bin immer dafür, Menschen zu helfen, die in Not geraten sind.

Es gibt aber zum Einen Menschen, die durch ihr Verhalten zeigen, dass sie erwarten, dass andere für sie sorgen. Oft wechseln sie ihr Umfeld nach einigen Wochen, wenn dieses nach viel Hilfe nicht mehr gewillt ist weiter zu sorgen, um bei noch unwissenden Menschen weiterzumachen. Zum Anderen gibt es Menschen, die offen und ehrlich zugeben, dass sie gerne so leben und andere anschnorren, weil sie nichts davon halten, für sich selbst zu sorgen, weil sie der Meinung sind, dass das ja auch andere tun können, die „so blöd waren für ihr Geld zu arbeiten“ (kein Witz, schon gehört), kann und will ich nicht mittragen. Das hat für mich nichts mit gemeinschaftlichem Sinn zu tun.

Vanlife Irrtum Nr. 8: Wir lernen ständig neue Sprachen.

„Camper sprechen von vielen Sprachen immer ein bisschen.“ war einer der ersten Sätze, den wir von einem Italiener hörten. Ja, wir schnappen wirklich einiges auf und nach ein paar Wochen im Land, sind wir in der Lage, möglichst unauffällig mit unseren paar Brocken an der Kasse im Supermarkt den angebotenen Plastikbeutel abzulehnen, Bestellungen aufzugebene, zu zählen und die üblichen Floskeln sin duns auch bekannt.

Um eine ganze Sprache zu lernen bedarf es aber dann schon noch ein bisschen mehr und das tun wir erst, wenn wir wissen, dass wir diese Sprache auch wirklich gebrauchen wollen und müssen. Das hat auch nichts mit Arroganz zu tun, sondern schlichtweg damit, dass wir wie alle anderen Menschen auch nur 24h pro Tag haben und leider nicht den ganzen Tag mit Einheimischen quatschen können oder Kurse machen. Schade eigentlich…

Trotz allem lernen wir bewusst die wichtigsten Floskeln, wenn wir vorhaben mehr Zeit ein einem Land zu verbringen. Auch unsere Kinder profitieren von fremden Sprachen, weil sie gar nicht erst Berührungsängste entwickeln und schnell gemerkt haben, dass alle Menschen gleich sind, auch wenn sie eine andere Sprache sprechen.

Vanlife Irrtum Nr. 9: Unsere Kinder wachsen ohne andere Kinder auf.

Was ist mit der Sozialisation?“ Dieses Vorurteil ist weeeit gefehlt. Denn es gibt eine ganze Community an Reisefamilien, die sich untereinander vernetzen. So fällt es uns meist sehr leicht, andere Familien zu treffen. Es entstehen dabei immer wieder wunderbare Freundschaften, nicht nur für die Kids, auch für uns. Zu diesem Zweck haben wir auch eine Gruppe auf Telegram gegründet, die du hier findest: Freilerner unterwegs auf Telegram.

Vanlife Irrtum Nr. 10: Unsere Kinder gehen nicht in die Schule und verblöden daher.

Ich sach mal… teils teils. Ja, sie gehen nicht in die Schule. Sie verblöden deshalb? Hell, no! Nicht zur Schule zu gehen hat nichts mit verblöden zu tun. Sie sind Freilerner, Unschooler, Roadschooler oder Worldschooler. Wie auch immer man es nennen mag. Sie lernen vom Leben in unserem Alltag. Und der ist sehr viel bunter als der Alltag an einem festen Ort. Ja, das darf ich so dreist behaupten, weil ich den Großteil meines Lebens an einem festen Ort gelebt habe ;). Wenn du Fragen zu diesem Bildungsweg hast, schau gern in unser FAQ zum Thema Freilernen.

Von welchen Vorurteilen hast du selbst vielleicht schon gehört? Oder hattest du auch welche davon?

Online Job: Der ausführliche Vergleich zu Selbstständigkeit vs. Anstellung

Online Job: Der ausführliche Vergleich zu Selbstständigkeit vs. Anstellung

Selbstständig ins Online Business starten oder lieber in Anstellung online arbeiten?

Mit einer guten Anstellung, da hast du was in der Tasche. So zumindest der Gedanke vieler Menschen, die Pläne lieben und einen Online Job suchen. Kennst du auch den Spruch „Als Selbstständiger macht man alles selbst und ständig.“? Was löst der in dir aus? Vermutlich nicht gerade, dass du dich mit Feuereifer in eine Selbstständigkeit wirfst, richtig?

Doch was hat die Selbstständigkeit in einem Online Job mit der heutigen Realität zu tun? Ist eine Anstellung ihr wirklich vorzuziehen? Lass uns mal ein paar wichtige Faktoren betrachten, die dich deiner Entscheidung näher bringen.

Planungssicherheit im Online Job

Irgendwie ja ne geile Sache. Jeden Monat zu wissen, mit wieviel Kohle du mit deinem Online Job auf dem Konto rechnen kannst, die dir für deine Pläne bereit steht. Punkt für die Anstellung, ganz klar! Oder etwa nicht? Das kommt ganz drauf an, wieviel du auf Freiheit stehst.

Ich laber nicht drum herum: Bei einem Online Job als Anstellung hast du zwar regelmäßig den selben Betrag auf dem Konto, aber kaum Luft nach oben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dein Einkommen durch ein und die selbe Arbeit verdoppelt, ist nicht gegeben. Was du alles planen könntest!

Sicherheit im Online Job

Bevor wir den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollten, trieben wir uns mit der Frage rum, wie sicher das ganze überhaupt ist. Ich mein, was wenn man mal einen Monat oder länger gar nichts verdient? Kann man das nur mit einem dicken Polster wagen?

Doch für die Antwort mussten wir gar nicht lange suchen. Wir kannten Kündigungen bereits aus vorherigen Firmen, in denen Marc angestellt war. Neuer Vorgesetzter mit neuen Vorstellungen und schwupps ist die Hälfte der Belegschaft gekündigt.

Es ist also total egal, ob du einen unbefristeten Arbeitsvertrag hast oder nicht. Wenn die Firma will, bist du schneller weg vom Fenster, als du dir vorstellen kannst. Da ist das Arbeitslosengeld auch kein Trost, denn los geht’s wieder mit der Jobsuche.

Und nun komme ich daher und und sage dir, dass ein selbstständiger Online Job sicherer sei? Hab ich einen an der Klatsche? Jein. Also ja schon, schon immer, aber nicht so, wie du denkst. Hör mal zu:

Wenn du deinen selbstständigen Online Job auf mehrere Einkommensströme aufbaust, du also nicht nur ein Standbein hast, das dich über Wasser hält, sondern gleich mehrere, dann juckt es dich gar nicht, wenn eines davon mal einknickt oder temporär weniger abwirft, denn die anderen halten dich.

Einfachstes Beispiel: Du hast 5 Kunden und 2 davon möchten oder können in Zukunft nicht mehr mit dir zusammen arbeiten. Die anderen 3 stützen dich bis du wieder 2 neue gefunden hast. Bei einer Anstellung verlierst du direkt alle 5.

Nun ist dieses Beispiel noch nicht ganz vergleichbar mit dem, was ich oben schrieb zu mehreren Standbeinen. Deine Kunden (sofern du einer Tätigkeit mit Kunden nachgehst) sind tatsächlich nur ein Einkommensstrom und nicht mehrere. Mehrere können sein, dass du nicht nur Kunden direkt bedienst, sondern auch Kunden indirekt z.B. durch Kurse bedienst. Oder dass du in deiner Nische zusätzlich Produktempfehlungen aussprichst, für die du einen gewissen Prozentsatz erhältst.

Wie du siehst, lässt sich dieses Prinzip innerhalb der einzelnen Einkommensströme weiterverfolgen wie im Beispiel oben, aber auch zwischen ihnen. Du hast keine Lust mehr auf direkten Kundenkontakt? Stoß es einfach ab. Deine anderen Standbeine tragen dich. Dir kommt eine neue Idee für ein weiteres Standbein? Yippie yeah, hau raus das Ding und mach dich damit noch freier!

Abwechslung: Immer nur die selbe Tätigkeit im Online Job?!

Du weißt vielleicht noch gar nicht recht, was du denn nun online arbeiten magst oder wie du dir so einen Online Job vorstellen sollst. Gerade dann lohnt es sich für dich in Richtung Selbstständigkeit zu suchen. Warum das denn, bidde?! Weil du so ganz einfach deine Themen erweitern, verändern oder Teilbereiche abstoßen kannst. Oder dich total neu erfinden und mit deinem Know-How dir direkt in einer neuen Nische ein neues, muckeliges Zuhause bauen kannst.

Das böse Wort: Verantwortung

Bah, Kopf einziehen und weglaufen ist deine Reaktion auf die Godmother aller Wörter: Verantwortung! Okay, dann kann ich dir leider nicht helfen, denn hier bist du falsch. Wer Freiheit sucht und nicht bereit ist, für sich selbst und das Outcome der eigenen Arbeit Verantwortung zu übernehmen, landet schneller wieder in den Fesseln, die man gerade erst abwerfen wollte.

Natürlich will ich damit nicht sagen, dass du keine Eigenverantwortung übernimmst, wenn du in Anstellung arbeitest. Holla, nein! Überleg dir aber mal, wie geil es sich anfühlt, für sich und sein Leben vollumfänglich verantwortlich zu sein. Was dein Online Business ausmacht, bist du! Du hast damit alles in der Hand und zwar sowohl abwärts, als auch aufwärts! Das macht dir keine Angst? Dann ist eine Online Job in der Selbstständigkeit dein way to go! Denn was kann dir Eigenverantwortung bieten? Richtig:

Freiheit

Der wohl wichtigste Faktor bei der Frage, ob Anstellung oder Selbstständigkeit. Als freiheitsliebernder Mensch punktest du natürlich an dieser Stelle. Freiheit im Online Job ist so vieles über bloße Terminplanung hinaus. Es gibt für dich nur Grenzen, die du dir selbst auferlegst. Du machst voll und ganz dein Ding und nicht das Ding von irgendwem anders.

If you don’t built your dream, someone else will hire you to help them build theirs.

Dhirbhai Ambani

Fazit und ein Tipp

Du willst Freiheit und Unabhängigkeit? Dann bist du mit einer Selbstständigkeit bestens beraten. Doch du hast besser Offenheit direkt mit am Start, denn das ist ein Dreiergespann, das erst zusammen so richtig abhebt!

Zooonk! Kein Plan vom Online Business Start und auch noch gar keine Idee? Wie und womit du schon jetzt starten kannst, den Weg zu deinem grenzenlosen Business zu gehen, erfährst du hier:

Sicherlich willst du dein Business nicht abhängig machen von Algorithmen, anderen Menschen und den nur wenigen Möglichkeiten, die dir auf Social Media Plattformen geboten werden, richtig? Welche Vorteile eine eigene Website im Gegensatz zu deinem Social Media Account hat, erfährst du hier: Dein Online Business mit Social Media starten? 10 gute Gründe das nicht zu tun & die Lösung.

Der Aufbau einer Website wird damit essentiell für dein Online Business. Schweißausbruch, Blick auf die Uhr, ich muss weg.. Ist das deine Reaktion? Keine Sorge, we’ve got you covered, denn auch wir fragten uns mal, wo man da anfängt und wo man wieder aufhört und wie das ganze mit der Technik überhaupt funktioniert. Und auch… woher die Idee überhaupt kommen soll, mit der du letztendlich dein Leben finanzieren kannst.

Mit Marc als Webdesigner und Hanna, die im Online Marketing zuhause ist, bist du in den besten Händen bei unseren 0,- € Zwischen Freiheit und Festanstellung Workshop. Im Januar 2023 haben wir bereits mit über 200 Teilnehmern erfolgreich haufenweise Websites, Motivation und Ideen zum Leben erweckt und wir werden es wieder tun! Melde dich direkt hier an werde rechtzeitig zur Rückkehr des Workshops informiert:

Dein Online Business mit Social Media starten? 10 gute Gründe das nicht zu tun & die Lösung

Dein Online Business mit Social Media starten? 10 gute Gründe das nicht zu tun & die Lösung

Dieses ominöse Online Business ist gefragter denn je. Was ist es eigentlich, was diejenigen tun, die Online Jobs haben? Die wenigsten können sich unter einem Online Job wirklich was vorstellen. Seriös, unseriös? Sind jetzt alle Influencer? Einfache Online Arbeit, die sich bequem von unterwegs erledigen lässt, erleben viele von uns nämlich durch Instagram. Hier wird geworben und verkauft, was das Zeug hält. Manchmal seriös, manchmal ganz schön dubios.

Ist es für ein Online Business wirklich nötig, dein Leben vor fremden Menschen ausbreiten und permanent auf Instagram oder Facebook aktiv sein? Dazu muss man schon geschaffen sein und jede Menge Bock mitbringen. Doch nur auf die wenigsten trifft diese Anforderung dann tatsächlich zu! Denn eigentlich möchtest du mehr Zeit mit deiner Familie verbringen oder für deine Hobbys haben, ist doch logisch!

Social Media Frust

Schnell stellt sich da Frust ein: Alles in deinem Online Job dreht sich nur noch um den nächsten Post (=Beitrag) oder du verwurstest deinen gesamten Alltag zu Stories und kommst zu nichts anderem mehr.

Influencer sein ist nicht dein Berufswunsch und selbst wenn du dich gerne bei Instagram & Co. zeigst (was überhaupt nicht verwerflich ist!), ist Social Media eben eins: Ein Marktplatz voll lautem Getöse von Marktschreiern, die um den nächsten Kunden buhlen. Alles muss hier schnell gehen und lebt nur kurzzeitig. Eben noch konsumiert, hast du das Gelesene direkt wieder vergessen und es verschwindet auf Nimmerwiedersehen in den Untiefen der Archive. Egal, wieviel Arbeit du reingesteckt hast!

Online Business : Social Media Chaos

Je mehr ich in den sozialen Medien präsent bin, umso gestresster bin ich und mein Gehirn ist überfordert von den verschiedensten Themen, Farben, Fotos, Überschriften und weiß gar nicht, wohin es zuerst schauen soll.

Doch ich will, dass mir mein Online Business Spaß macht und nicht zu einem weiteren Stressfaktor in meinem Alltag wird. Also kann das nicht meine Lösung sein.

Selbstständig ins Online Business starten oder lieber in Anstellung online arbeiten?

Nicht selten höre ich, dass sich viele Menschen erstmal eine Anstellung wünschen. Sie versprechen sich Sicherheit. Ein monatliches, festes Einkommen gibt dir Planungssicherheit und meist einfach das gewohnte Gefühl nicht selber verantwortlich zu sein für den Output und den Erfolg des Unternehmens. Das nimmt dir die Last von den Schultern. Versteh ich total. Ist angenehm. Mit Selbstständigkeit verbindest du möglicherweise große Unsicherheit, fühlst dich nicht in der Lage „sowas aufzuziehen“, bist der Meinung, du hast eh keine Ahnung und überhaupt auch gar keine Businessidee. I feel you. So haben auch wir gestartet.

Warum aber der Spruch „Als Selbstständiger macht man alles selbst und ständig.“ gar nicht auf dein Online Business zutreffen muss und welche Vorteile dir die Selbstständigkeit entgegen der Anstellung bieten kann, liest du hier:

Selbstständigkeit vs. Anstellung im Online Job

Was braucht es für einen erfolgreichen Start in der Welt des Online Business?

Dir wird oft und gerne suggeriert, dass du für ein erfolgreiches Online Business nur dein Angebot und ein Instagram Profil benötigst. Bäm! Wie einfach, denkst du! Kein Technik-Gefriemel! Damit wird direkt deine Sorge konfrontiert, dass du dir den Aufbau und Pflege einer eigenen Website eher kompliziert vorstellst. Möglicherweise als langweilige oder gar super schwierige Mehrarbeit, in die du dich reinfuchsen musst oder die du gänzlich lieber an andere abgibst.

Doch lass uns mal einen Blick auf deine Vorteile werfen, wenn du eine Website dein Eigen nennst und kümmern wir uns danach um deine Sorgen zum Technik-Gefriemel. Du hast noch gar keine Businessidee? Auch darum kümmern wir uns am Ende des Artikels.

1. Unabhängigkeit im Online Job mit der eigenen Website

Die Website deines Online Business gibt deinen Besuchern den gewünschten Mehrwert (= deine Besucher suchen immer nach Lösungen zu ihren Problemen, die du bereit stellst!) und wird von den verschiedenen Suchmaschinen (z. B.: Google, Safari, Ecosia) angezeigt.

  • Deine Sichtbarkeit wird nicht plötzlich eingeschränkt, weil das Metaverse oder andere neue Funktionen testet oder den Algorithmus ändert.
  • Deine Artikel können nicht von frustrierten Menschen gemeldet werden, die es nicht aushalten, wenn du eine andere Meinung oder andere Werte vertrittst als sie selbst.
  • Dein Account fällt nicht einer unbeabsichtigten Löschung durch Instagram & Co. selbst zum Opfer (leider alles schon passiert) und dein gesamtes Werk verschwindet von heute auf morgen im Nirvana.

Auf deiner eigenen Website hast du die größtmögliche Kontrolle über deine Inhalte und deine Sichtbarkeit (auch die Kunst der Suchmaschinenoptimierung ist kein Hexenwerk und nicht mit einem Social Media Algorithmus vergleichbar).

Oder kannst du dir vorstellen, dass dein Online Business von der Zustimmung eines großen Konzerns abhängt?

2. Deine Website ist (mehr als) ein Schaufenster deines Online Business

Bei deinem Online Job entscheidest du. Auf deiner Website bist du zuhause und hier kannst du dich voll und ganz ausdrücken, wie es dir passt. Du kannst deine Website nach deinen Wünschen individualisieren, ob in Schrift, Farbe, Design oder Layout, ganz so, als würdest du ein Schaufenster deines Ladengeschäfts dekorieren.

Aber deine Website ist mehr als das: Hier zeigst du, wer du bist, was du dir wünschst und vor allem, was deine potenziellen Kunden davon haben. Auch, ob du Themen ansprichst, die Instagram und ihre Nutzer nicht sehr gerne haben und vor allem kannst du eines tun: in die Tiefe gehen. Du kannst so lang und so viel schreiben, wie du es für richtig hältst und wirst nicht begrenzt durch Zeichenanzahl oder mögliche Tabuthemen, die deine Sichtbarkeit bei Instagram & Co. einschränken könnten. Auch die Sorge um einen möglichen Shitstorm, der dir vielleicht wertvolle Energie rauben könnte, weil du dich Pro oder Kontra Stillen oder Flaschennahrung positioniert hast, hast du hier im Griff.

3. Nachhaltige Reichweite

Deine Beiträge auf Instagram sind meist schon nach 24h unsichtbar, werden nicht mehr ausgespielt, vergessen. Nicht mal allen deinen Followern werden sie gezeigt. Egal wieviel Mühe du dir gegeben hast damit, sie leben einfach nicht lange. Ein wirklich guter Beitrag bei Instagram ein paar Tage, eine Story 24h und deine Arbeit beginnt von neuem.

Bei Pinterest sieht es anders aus, dort kann dein Pin auch noch nach Monaten entdeckt werden, allerdings muss dein Thema auch zur Plattform passen. Einfach geht trotzdem anders, denn Pinterest liebt es, wenn du täglich pinnst (d. h. kleine Bildchen mit Schrift designen und hochladen), um sichtbar zu bleiben. Versteh mich nicht falsch: All das darf eine Ergänzung in deinem Online Business sein, sollte jedoch niemals deine Basis darstellen.

Viel einfacher ist es dagegen mit deiner eigenen Website. Deine einzelnen Beiträge werden dort auch noch nach Wochen, Monaten und Jahren angezeigt und zwar genau dort, wo deine Kunden sowieso als erstes suchen: In den Suchmaschinen wie Google, Safari, Ecosia & Co.

Und das beste daran: Sie wird genau denen angezeigt, die danach suchen. Was das für dich bedeutet? Lies weiter bei Punkt 4.

4. Deine Verkaufschancen steigen

Die Besucher deiner Website kommen zu dir, weil sie nach deinen Inhalten gesucht haben. Keine große Überraschung, oder?! Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch zu deinen Kunden werden, steigt dadurch aber rasant an.

Aber was heißt das im Vergleich zu Social Media Plattformen? Wer nur deinen Beitrag bei Instagram zufällig in seinem Feed entdeckt, der muss möglicherweise erst noch überzeugt werden, dass dein Thema für ihn relevant ist. Die Besucher deiner Website aber haben genau nach deinen Inhalten gesucht und wollen genau über diese Themen mehr erfahren. Die beste Gelegenheit, um direkt deine Expertise unter Beweis zu stellen. Bäm! Wie geil ist das denn!?

5. Deine Kunden folgen dir, wohin du gehst.

Springen dir deine Instagram Follower in voller Anzahl einfach hinterher, wenn du ab jetzt nur noch ein Profil bei Tiktok hast? Das tun wohl die wenigsten. Doch manchmal ist es notwendig dein Online Business umziehen zu lassen. Vielleicht bist du mit den Datenschutzbedingungen nicht mehr einverstanden oder deine Wunschkunden tendieren zu anderen Plattformen.

Mit einer eigenen Website in deinem Online Business kannst du deinen Webhost wechseln (Webhost = die Plattform, über die deine Website „gehostet“ wird; vergleichbar mit deiner Telefonnummer (=Domain mit Inhalten deiner Website) und deinem Telefonanbieter (=Webhost)) oder deine Domain (die Adresse, unter der du im www erreichbar bist) und baust nichts erst wieder von vorne auf.

Auch deine Newsletter-Abonnenten (deine e-Mail Liste) lässt du einfach mit umziehen. Welche Social Media Plattformen du zusätzlich nutzen möchtest und wohin du ziehst, hat dann keinen großen Einfluss mehr auf dein Online Business.

6. Mach mal Urlaub

„Definitiv mein liebster Punkt.“ sollte meine Einleitung sein. Doch das wäre gelogen. Ich arbeite nämlich furchtbar gern und genieße es, meine Hirnzellen für eine Sache zu benutzen, die mich wirklich interessiert und mich erfüllt. Aber dann und wann mag ich auch einfach mal nur ein gutes Buch lesen, mit den Kindern die Umgebung entdecken oder mal alle Bildschirme ausstellen und nur im Jetzt leben. Müsste ich mir dafür erst Inhalte aus dem Ärmel schütteln, die in der Zeit meiner Abwesenheit bei Instagram für mich arbeiten sollen, wäre ich mega gestresst.

Deiner Webseite ist es egal, wann deine Besucher aufstehen und wann sie am häufigsten bei Instagram unterwegs sind. Du musst nicht täglich posten und die schicksten Bilder dafür parat haben (auch wenn gute Bilder natürlich ihren Wert für dein Online Business haben). Auf deiner Website geht es nicht um Unterhaltung wie lustige Tiervideos (außer das ist dein Business), sondern um das, was du zu sagen hast: Dein Warum, deine Werte und das, was du deinen potenziellen Kunden mitgeben magst. Das lesen sie auch dann, wenn du grad am Pool hängst und die Beine hochlegst.

7. Wer bist du überhaupt, was willst du und warum?

Bis ich bei einem Instaprofil herausgefunden habe, wer dahinter steckt und wofür dieser Mensch steht, würden Wochen vergehen. Hat da jemand Humor? Teilen wir die gleichen Werte? Warum macht sie das alles eigentlich? Ich stalke Menschen nicht. Schon gar nicht wochenlang. Dafür müsste ich ja auch schon ein bisschen eigenes Interesse mitbringen, um diesen Aufwand zu betreiben und sind wir mal ehrlich: Wir neigen dazu, weiterzuklicken, wenn wir die Infos nicht direkt finden, die wir suchen ;).

Deinen potenziellen Kunden ergeht es vermutlich sehr ähnlich wie mir. Auf der „Über mich“-Seite, die die am zweithäufigsten geklickte Seite einer guten Webseite ist, kann ich hingegen sofort feststellen, ob mir der Mensch dahinter liegt, ich mich hier gut aufgehoben fühle und ob ich die Sache unterstützungswürdig finde.

8. Vertrauen schaffen durch eine professionelle Website

Ein Instagram Profil ist schnell erstellt. Ein Angebot ebenso (dazu später mehr). Gibt es dann keine Website, über die ich mehr erfahren kann, werde ich skeptisch. Wem soll ich hier mein selber hart erarbeitetes Geld senden? Ist dieser Mensch wirklich mit Herzblut bei der Sache, wenn ihm eine eigene Website unwichtig ist, auf der ich wirklich mehr erfahren kann? Auf mich persönlich wirkt es nicht sehr professionell, ein Angebot ohne Website zu veröffentlichen.

Vertraust du einem Menschen mit eigener Website und tiefergehenden Informationen darauf mehr oder weniger als einem bloßen Instagramprofil?

9. Rechtliches im Online Business

Sobald du mit deinem Online Business im Internet gewerblich auftrittst, ob nun über Instagram & Co. oder nicht, benötigst du ein Impressum. Ohne Website, kein Impressum. Natürlich gibt es auch Dienste, die dir die Möglichkeit eines Impressums für deine Online Arbeit ohne eigene Website bieten, doch bist du auch hier definitiv in deinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Warum also auf all die aufgezählten Vorteile für dein Online Business verzichten?

10. Ohne Website wirst du nicht von allen gefunden

Ist dir bewusst, dass nicht alle Menschen, für die deine Inhalte relevant sind, bei Insta & Co. angemeldet sind? Nicht alle Menschen scrollen sich Abend für Abend durch ihren News Feed. Ein ziemlich großer Teil sogar lebt ohne diese Plattformen und hat trotzdem Interesse an dem, was du mit deinem Online Business zu geben hast. Und weißt du was noch? Deine Website und all ihre Unterseiten lassen sich viel einfacher teilen und weiterempfehlen von deinen Websitebesuchern als irgendein Instagrampost.

Kein „Schade, das kann ich nicht lesen, bin nicht bei Instagram/Facebook/etc.“ mehr.

Fazit

Versteh mich nicht falsch, du kannst Instagram & Co. erfolgreich für dein Online Business einsetzen. Nutze Instagram aber nach deinen Regeln und lass dir nicht diktieren, wieviel und wann du wo und was zu posten hast. Verlinke deine Website auf Social Media, um die wirklich interessierten Menschen abzuholen und in dein eigenes Reich einzuladen.

Wie geht’s dann weiter?

Na toll, denkst du. Jetzt hast du verstanden, warum dein Online Business kaum ohne eigene Website auskommt, doch da steht nun schon das nächste Hindernis parat: Wie baust du eine professionelle Website?

Im Januar 2023 startete unser 0,- € online Workshop „Zwischen Freiheit und Festanstellung“, in dem wir zusammen mit über 200 Teilnehmern alle Schritte zur eigenen Webseite durchliefen. Trag dich gleich hier in unseren Newsletter ein, wenn nicht verpassen willst, wann der Workshop zurückkommt!

Ich will dabei sein!

Aber… du hast noch gar keine Business Idee!? Macht gar nix, denn der Workshop ist so aufgebaut, dass du deine Website im Nachhinein auch noch auf dein zukünftiges Online Business zuschneiden kannst. Zudem erfährst du im Workshop, wieso deine Idee ganz leicht zu dir kommt, wenn du jetzt schon startest!