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Was kostet die Welt(reise)? 15 wichtige Kostenpunkte

Was kostet die Welt(reise)?

Eine Weltreise? Das muss doch irre viel kosten!

Wer hat auf dieser Welt schon das Glück die Welt bereisen zu können.. das sind einfach nur die ganz Reichen. Oder? Ist das wirklich so? Mit welchen monatlichen Kosten muss eine vierköpfige Familie im Durchschnitt rechnen, die Vollzeit auf Weltreise ist?

Die schlechte Nachricht ist, dass ihr leider nicht von Luft und Liebe alleine leben könnt. Die gute Nachricht ist, dass ihr es selbst in der Hand habt, in dem ihr eine Art zu reisen wählt, die zu euch passt.
Fliegt ihr z. B. oft und gerne Langstrecke, benötigt immer wieder Mietwägen und kostspielige Unterkünfte, kann der Geldbeutel natürlich anders strapaziert werden, als wenn ihr euer Wohnmobil selber zum Zielort fahrt. Auch die Destination ist ein großer Faktor, der über wenig oder viel Ausgaben entscheidet. So können eure Konten stärker beansprucht werden, wenn ihr Housesitting in Australien macht, als wenn ihr in der Nebensaison in Thailand am Strand in einem Ferienresort eine Unterkunft bucht.

Folgende Kosten für eure Weltreise solltet ihr im Hinterkopf haben, sofern sie auf euch und euren Reisestil zutreffen:

  1. Transportkosten wie Flugzeug, Taxi, Mietwagen
  2. Übernachtungskosten AirBnB, Ferienwohnung, Campingplatz etc.
  3. Visakosten außerhalb der EU, wo notwendig
  4. Anschaffungskosten Wohnmobil/Wohnwagen (lasst Gebrauchte nicht außer Acht!)
  5. Diesel- und Benzinkosten
  6. Steuer und Versicherung der Fahrzeuge
  7. Krankenversicherung (Gesetzliche, Auslands-, internationale Versicherung)
  8. Mautgebühren je nach Transit- oder Zielland
  9. Instandhaltung der Fahrzeuge
  10. Eintrittsgelder in Parks, Sehenswürdigkeiten oder sonstige Freizeitaktivitäten
  11. Geld für Waschsalons
  12. Wasserversorgung
  13. Gasversorgung
  14. Kosten für Handy und Internet
  15. Lebensmittel

Konkrete Kostenpunkte

Bei unserem Lebensstil auf Weltreise im Wohnmobil, meistens frei und fast autark stehend, fallen diese Kosten an:

Spritkosten: Für 80 Euro kommen wir circa 400km weit (natürlich abhängig vom Spritpreis). In manchen Monaten fahren wir nur wenig und kurz, meist wenn wir im Zielland angekommen sind. Es gibt aber auch Phasen, wo wir viel und weit fahren müssen in kurzer Zeit. Dann schnellen die Kosten rasant nach oben.

Campingplatz oder Womostellplatz: Nur wenige Euro im Monat, oftmals keinen einzigen, weil wir lieber frei stehen. Je nach Land kann es aber sein, dass wir doch mal hier und da die offiziellen Wohnmobilplätze anfahren müssen, die zwischen 5 und 15 Euro die Nacht kosten. Campingplätze beginnen oft so ab 15 Euro, nach oben offen.

Versicherung und Steuer unseres Womos: Aktuell bei knapp 1500 Euro im Jahr, was aber am Alter unseres Fahrzeugs liegt, noch ohne Oldtimerzulassung. I.d.R. wird dieser Posten bei den meisten wesentlich geringer ausfallen.

Gasversorgung (abhängig vom Gaspreis):
– Im Sommer alle 12 bis 16 Wochen durchschnittlich 60 Euro für 90l LPG.
– Im Winter alle 4-8 Wochen 60 Euro für 90l LPG.
Wir betreiben damit unseren Kühlschrank, die Heizung, die auch Warmwasser aufheizt und natürlich unseren Gasherd.

Wasserversorgung: Meistens tanken wir unseren 200l Frischwassertank kostenlos auf. Geht das mal nicht, könnt ihr mit ein bis vier Euro für 10min laufendes Wasser rechnen, womit wir meistens einen ganzen Tank auffüllen, je nach Wasserdruck. Das tun wir ca. alle fünf Tage bei vier Familienmitgliedern zum Duschen, Abwaschen und Trinken (wir filtern natürlich).

Waschsalon: Dort lassen wir pro Monat um die 10-40 Euro, je nach Wetter und Preisniveau des jeweiligen Landes. In manchen Monaten auch gar nichts, wenn wir mit Hand waschen. Dann steigt natürlich der Wasserverbrauch.
Tipp: In Frankreich und Portugal, auch manchmal in Spanien, gibt es Waschmaschinen vor Supermärkten, so dass ihr ganz entspannt euren Einkauf tätigen könnt und mit sauberer Wäsche nach Hause geht. Auf Campingplätzen kostet die Ladung meist zwischen 3 und 5 Euro. Achtung: Länder wie Griechenland, Rumänien etc. sind was Waschsalons anbelangt, eher mau aufgestellt. Es gibt sie, aber nicht überall.

TÜV: Da wir ein Fahrzeug über 3,5t fahren, müssen wir jährlich zum Tüv für 150 Euro, sofern wir in Deutschland sind und wie bisher ohne Mängel.

Mautgebühren: Landabhängig. Wir vermeiden die Mautstrecken (meist Autobahnen), wo es geht, da unser Reisetempo bei gemütlichen 75 km/h liegt und wir auf Landstraßen damit genauso schnell unterwegs sind und noch viel mehr dabei entdecken. Wenn es sich mal nicht vermeiden lässt, kommen wir auf durchschnittlich 5-40 Euro pro Monat.

Auslandskrankenversicherung: Für die ganze Familie 268 Euro pro Monat, was tatsächlich auch günstiger geht. Mehr dazu im Abschnitt über Krankenversicherungen in diesem Artikel.

Instandhaltungskosten: Schäden oder Umbau können immer mal anfallen. Ein Satz neue Reifen in Spezialgröße kosten so mal eben schnell 1200 Euro. Umbau- und Verschönerungsarbeiten hängen vom Umfang ab. Hierzu kann ich keine Zahlen nennen, das ist natürlich höchst individuell. Je besser ihr vom Fahrzeug her und euren eigenen Fähigkeiten Dinge zu reparieren aufgestellt seid, desto geringer die Kosten.

Lebensmittel: Je nach Preisniveau haben wir in Europa Ausgaben um die 250-400 Euro für Lebensmittel für vier Personen. Das ist natürlich ebenfalls eine höchst individuelle Sache und hängt sehr vom Ess- und Konsumverhalten ab.

Eintritte/Tickets: Je nach Ort um die 50-150 Euro im Monat, preislich nach oben natürlich offen.

Telefonie & Internet: Zwei Handyverträge und eine Prepaidkarte des Ziellandes für insgesamt 70 Euro monatlich, wobei die zwei Handyverträge in unserem Fall fast überflüssig sind. In vielen Ländern gibt es Unlimited Datenvolumen oder zumindest 100-300GB für circa 10-30 Euro im Monat, manchmal leider auch nur 1 GB pro Euro. Wollt ihr mehr zum Thema Internet unterwegs erfahren, schaut mal hier zum Thema Internet auf Weltreise rein.

Unterwegs vs. fester Wohnsitz

Monatlich liegen wir dann mit allem zusammen zwischen durchschnittlich 800 und 1500 Euro insgesamt. Abhängig in erster Linie vom Preisniveau des Landes, wie viel wir fahren, wieviele Eintritte und extra Eis am Strand anfielen und ob außerplanmäßige Kosten aufkamen, wie notwendige Reparaturen.

Zum Vergleich: Mit sehr günstiger Wohnung und eigenem Auto lagen wir zu viert vorher bei locker über 2000 Euro pro Monat. Wir haben dadurch eine Kostenersparnis von 25-40% monatlich.

Wie hoch sind die Reisekosten bei anderen Familien?

„Tendenziell ist das Leben unterwegs günstiger, vor allem im Wohnmobil, wenn man frei steht und lange an einem Ort bleibt. Je nach Reiseland und -geschwindigkeit haben wir dabei sehr unterschiedlich viel ausgegeben, (…)Ich schätze, es waren mit dem Wohnmobil 1000-1500 Euro monatlich. Durch die Flugreisen und die Kosten für die Unterkünfte ist es inzwischen wohl etwas teurer als im Wohnmobil, eher um die 2000 Euro monatlich.“
Anna mit 5 Kids seit 2017 unterwegs, bis 2020 im Wohnmobil, danach in festen Unterkünften

„Jetzt auf Reisen durch Griechenland haben wir 30 -35 % weniger Ausgaben als in Leipzig.“
Nicole & Robert mit 3 Kids im Wohnmobil

„Unser größter Posten sind die Stellplätze, da wir nicht autark sind. Das variiert natürlich von Land zu Land und saisonal, war aber dennoch immer sehr viel günstiger als unsere Mietausgaben des alten Lebens. Während vor der Reise alles, was reinkam, auch wieder ausgegeben wurde (Kinderbetreuung, hohe Miete wegen teurer Region, mehr gekauft, mehr unternommen, Versicherungen etc.), konnten wir durch die Reise erstmalig etwas zur Seite legen.“
Micha & Bine mit 2 Kids in Transporter und Wohnwagen

„Wir haben ca. 40% weniger Ausgaben, es hängt sehr davon ab, wieviel wir auf Campingplätzen sind und wieviele km also Sprit wir verfahren. Der größte Posten sind die Lebensmittel.“
Lisa & Eugen mit 2 Kids im Wohnmobil

„Wir geben jetzt im Durchschnitt mit allem drum und dran ca. 1600 Euro im Monat aus. Damals in Deutschland kamen wir mit laufenden Fixkosten ca. auf 2000 -2200 Euro.“
Belle & Andi mit 3 Kids und einem Hund im Wohnmobil

„Die Kosten haben sich um 1/3 gesenkt. Bei uns war die Einsparung aber erst nach ein paar Monaten zu spüren. Anfangs haben wir immer wieder ungeplante Posten am Fahrzeug gehabt oder wir waren mehr auf Campingplätzen, weil das Vertrauen in das Freistehen gefehlt hat. Die Kosten hängen auch stark vom jeweiligen Land ab, in dem man sich aufhält. Unser größter Posten sind die Lebensmittel.“
Anett & Patrick mit 2 Kids im Wohnmobil

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Dann seid ihr hier genau richtig!

2 Antworten bei “Was kostet die Welt(reise)? 15 wichtige Kostenpunkte

  1. Hallo,
    vielen Dank für die ganzen Infos!
    Wo füllt ihr euer Wasser kostenlos auf?
    Müsst ihr jedes Jahr einmal nach Deutschland wegen dem tüv oder überzieht ihr?
    Danke!
    Liebe Grüße
    Max

    1. Hey Max!
      Wasser füllen wir an öffentlichen Wasserhähnen/Quellen oder auch kostenlosen Womostellplätzen auf, sofern es sie denn gibt. Manchmal auch an Tanlstellen, an Friedhöfen oder an Stränden mit Stranddusche. Das ist in jedem Land etwas anders organisiert.
      Wir müssen zum TÜV, sobald wir wieder nach Deutschland reinkommen, sollte er vorher abgelaufen sein.
      Liebe Grüße von der südbulgarischen Küste
      Hanna

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