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Wohnmobil oder Wohnwagen? 6 Punkte, die bei der Entscheidung helfen

Wohnmobil oder Wohnwagen? 6 Punkte, die bei der Entscheidung helfen.

Eine Frage, die sich viele Familien vor einer langen Reisen stellen, ist die, ob sie wohl besser mit einem Wohnmobil losziehen oder einem Wohnwagen. Pauschal lässt sich das natürlich nicht beantworten. Es gibt aber ein paar gute Anhaltspunkte, anhand denen, du für dich herausfinden kannst, was für dich und deine Familie am besten passt.

Für uns stellte sich die Frage nach Wohnmobil (Womo) oder Wohnwagen (Wowa) nicht ernsthaft. Das lag aber daran, dass für Marc von Anfang an fest stand, dass er ein groooßes Fahrzeug wie einen LKW fahren will. Doch auch bei uns gab es einen Punkt, an dem ich doch noch in die Welt der Wowa-Reisenden eintauchen wollte und so sprach ich mit Familien, für die das Reisen und Leben im Wohnwagen und nicht im Wohnmobil abläuft.

Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Reiseart aus unserer und der Sicht einiger anderer Familien, stelle ich dir deshalb hier anhand einiger wichtiger Faktoren vor. Unter Wohnmobil fasse ich jeden motorisierten Wohnraum zusammen, also auch Vans, Busse, Overlander, kleine und große Wohnmobile. Kurz: jeder mobile Wohnraum, der einen Motor besitzt.

Wohnwagen und Wohnmobil im Vergleich

6 Punkte, die dir deine Entscheidung erleichtern:

1. Freistehen

Obwohl das Freistehen auch mit einem Wohnwagen möglich ist, ist es doch aus unserer Sicht einfacher, geeignete Plätze mit einem Wohnmobil zu finden. Je nach Zielland kann es vorkommen, dass Womos häufiger am Strand geduldet werden als Wohnwagengespanne. Auch auf offiziellen Wohnmobilstellplätzen, wie es sie vor allem im westlichen Südeuropa oft gibt, sind Wowas nicht selten von der Nutzung ausgeschlossen. In Osteuropa sehen wir vergleichsweise mehr Wohnwägen, die auch fast überall freistehen, wo sie denn hinkommen.

Die Überlegung hört allerdings nicht bei der Frage der Duldung oder Erlaubnis auf, sondern geht weiter bei der Erreichbarkeit schöner Plätze. Ein langes Wohnwagengespann wird es in vielen Ländern schwer haben, abgelegene Buchten mit unwegsamen Zufahrtswegen zu erreichen. Das ist natürlich auch nichts für jedes Womo, aber kleine oder große geländegängigere Fahrzeuge haben da häufig bessere Chancen. Wenn dir wichtig ist, am Morgen am Strand aufzuwachen und am Abend zum Wellenrauschen einzuschlafen, mag das Womo besser zu dir passen.

Freistehen mit dem Wohnwagen ist natürlich auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Einige Familien berichten durchaus, dass sie viel freistehen und das gut für sie funktioniert. Im Vergleich zu unseren bisherigen Erfahrungen, insbesondere was die Zustände, die Breite, die engen Kurven einiger Straßen in diversen Ländern betrifft, würde uns ein Wowa deutlich mehr ins Schwitzen bringen, wenn wir da so an unsere bisherigen Spots denken, die wir mit unserem Womo erreichen konnten.

2. Flexibilität

Wir lieben es, unsere Route nicht zu planen und uns treiben zu lassen von Ort zu Ort. Mit dem Wohnmobil sind wir also sehr spontan und ändern unsere Route, wie es uns gefällt. Hierbei können wir die Fahrten auch immer den Bedürfnissen unserer Kinder anpassen, die wie fast alle Kinder, lange Autofahrten echt doof finden. Planung hingegen benötigen wir für das Timing von Ver- und Entsorgungsfahrten, d. h. wir versuchen Einkäufe, Wasser auftanken, Müllentsorgung etc. immer auf Tage zu legen, an denen wir sowieso fahren. Enge Innenstädte und Parkplatzsuchen sind mit Auto sicher reizvoller als mit 7,5t LKW. Mit Van wiederum weniger schweißtreibend.

Mit Wohnwagen ist eine grobe Route sicher sinnvoller, um sicherzugehen, dass ihr dort, wo ihr ankommen wollt, auch sein dürft und hinkommt. Aus diesem Grund haben wir die meisten Familien, die im Wowa reisen, auf Campingplätzen angetroffen. Hier haben sie ihren Wohnwagen abgestellt und konnten die Flexibilität ihres Zugfahrzeugs nutzen und so eine Gegend genauestens erkunden und mit dem Auto auch Orte erreichen, die wiederum für Womos nur schwer zugänglich sind. Leider aber verbunden mit der Heimfahrt am Abend, dafür dem Komfort eines Campingplatzes.

Auch der Arbeits- und Zeitaufwand, um erstmal alles „abfahrtbereit“ zu machen, wenn der Wowa eh stehen bleiben kann und das Auto genutzt wird, entfällt bis auf wenige Male. Nur schnell noch was einkaufen ist so schneller erledigt als mit dem Womo. Lange Fahrten können dann auf die Kids zu kommen, wenn dann doch mal der Ort komplett gewechselt wird.

3. Autarkie

Ist dir die größtmögliche Autarkie sehr wichtig, weil du viel freistehen möchtest, so kannst du dir sowohl das Womo als auch den Wowa entsprechend ausbauen. Zu Autarkie zählen für uns Wassertanks, Stromerzeugung (bei uns durch Solar), evtl. Gastanks/-flaschen oder auch Toilette und Duschmöglichkeit. Je nachdem, wo du dich umschaust, findest du mehr Autarkie in Womos als Wowas. Diese werden (nicht immer, aber oft) zum Campen auf dem Campingplatz hergestellt, an denen es Sanitäranlagen, Strom und Wasser gibt, weshalb sie nicht oder nur in Teilen damit selbst ausgestattet sind. Aus Gewichtsgründen werden auch meistens keine großen Wassertanks verbaut. Natürlich kann überall nachgerüstet werden, ist aber auch eine Frage der Kosten.

4. Kosten

Anschaffungskosten liegen bei Wohnmobilen oft höher als bei Wohnwägen. Aber gerade gebrauchte Fahrzeuge findet man zu einem guten Preis und auch in gutem Zustand. Natürlich ist beim Kauf so einiges zu beachten, was ebenso für Wowas gilt. Ein preisliches Limit nach oben gibt es natürlich nicht, wobei teurer hier keinesfalls besser bedeutet. Zu bedenken wäre auch, dass ein geeignetes Zugfahrzeug benötigt wird, sollte nicht eh schon eins vorhanden sein.

Laufende Kosten hängen damit zusammen, ob Freistehen für dich interessant ist oder nicht. Wartung, TüV und Reparaturen fallen sowohl bei Womos, als auch Wohnwagengespannen an. Wer aber den Campingplatz vorzieht, muss hier mit deutlich mehr Kosten rechnen. Insbesondere in der Hauptsaison kann man fast ein Sternehotel buchen bei den Preisen. Achte hier besonders auf Rabatte, wenn du einen ganzen Monat am Stück dort stehen magst oder nutze die CampingCard ACSI (keine bezahlte Werbung).

Welche Kosten bei uns monatlich anfallen, hab ich hier aufgelistet.

5. Führerschein

Wer nicht gerade noch einen der alten Führerscheine besitzt, kommt kaum um einen neuen oder einen Zusatz drum herum. Seit Einführung der neuen Führerscheinklassen und Herabsetzen der zulässigen Tonnenbeschränkung auf 3,5t, begannen die Wohnmobilhersteller ihre Fahrzeuge mit einem Leergewicht von oftmals 2,8 bis 3,4t knapp unter dieser Grenze herzustellen. Dies soll den Absatzmarkt erhalten. Gerade größere Familien, die womöglich mehr Platz benötigen, kommen mit einer Zuladung von 100kg bis 700kg nicht aus. Grob geschätzt rechnen wir mit einer Zuladung von mindestens 1t für eine mittelgroße Familie, die länger als nur 2-3 Wochen im Jahr mit dem Womo unterwegs ist. Mit einem selbstausgebauten Van sieht das ganze wieder anders aus.

Überprüfe gut, ob du mit deiner jetzigen Fahrerlaubnis ein deutlich schwereres Womo oder Wowagespann fahren darfst. Eventuell muss auf B96, BE, C1, C oder C1E, CE aufgerüstet werden, was wiederum mit Kosten und Zeit verbunden ist. Führerscheininhaber der alten Lappen sollten ihre noch so lange nutzen, wie es geht.

6. Sicherheit

Bisher haben wir uns in noch keinem Land, das wir bereisten, unsicher gefühlt. Sicherheit, insbesondere, wenn wir das Fahrzeug verlassen, ist aber auch bei uns Thema. Planst du auf Campingplätzen zu stehen, scheint mir die Lage auf Privatgelände deutlich sicherer in Bezug auf mögliche Einbrüche als beim Freistehen. Wir lassen unser Womo nicht sehr oft ganz alleine, da wir uns ja meist nur in Fußweite entfernen oder mindestens einer (die Person, die grad arbeiten muss) sowieso am Womo bleibt. Weitere Sicherheitsvorkehrungen solltest du aber in jedem Fall treffen, egal, wie deine Wahl ausfällt. Wir fühlen uns jedenfalls nicht in unserem Sicherheitsbedürfnis eingeschränkt, wenn wir am Strand parken.

Die Entscheidung

Um zu einer guten Entscheidung für dich und deine Familie zu kommen, musst du erstmal entscheiden, wie du reisen magst. Mehr Unabhängigkeit, mehr Autarkie, mehr Komfort, mehr Sicherheit? Du kannst alles bekommen, sowohl mit Womo als auch mit Wowagespann, wirst aber hier und da an die Grenzen des jeweiligen Fahrzeugtyps und deinen persönlichen finanziellen wie auch zeitlichen Verhältnisse stoßen.

Wie entscheiden andere?

„Wir lieben es ganz spontan von A nach B zu fahren und dafür eignet sich ein Wohnmobil nach unserer Meinung besser. Außerdem finde ich es total praktisch, nur kurz anzuhalten um z. B. auf Toilette zu gehen oder etwas zu essen oder zu trinken zu holen. Alles ist dabei und vor allem griffbereit.“Lisa & Eugen

„Wir hatten früher einen alten LT und sind damit in jeder freien Minute mit den Kindern unterwegs gewesen. Die ewig lange Zeit für Umbau und Aufräumen, bevor man eben noch mal eine Pizza essen oder was besorgen fahren konnte, während gegenüber die Wohnwagenfamilie lässig aus ihrem Chaos ins Auto hüpfte und einfach rausfuhr, war es uns einfach nicht wert. Zudem wussten wir, wie es sich anfühlt, mit dickem Auto schweißgebadet durch kleine Gässchen zu manövrieren. Außerdem geht im Wohnwagen natürlich kein Platz für Fahrerkabine verloren, unser Fiat Ducato bietet aber zusätzlich massig Stauraum. Für uns ist es die perfekte Kombi.“Bine & Micha

„Wir können mit dem Wohnmobil überall parken und frei stehen. Überall da, wo campen verboten ist, parken wir halt nur. Die Rangiermöglichkeiten sind viel besser als mit einem Wohnwagen, auch mit unserem 8,2m langem Fahrzeug. Wir haben mehr Stauraum im Wohnmobil und einen größeren Wasserspeicher und nur einen großen Raum für alles, auch die thermische Hülle ist geschlossen, was wir besser finden. Wir haben beides ausprobiert und uns gefällt das Reisen im Womo viel, viel besser!“Nicole & Robert

Zitate aus meinem eBook „Weltreise mit Familie – Zwischen Freiheit und Finanzamt – Ein Wegweiser durch den Behördendschungel“

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